Ist eine Fahrschulausbildung mit Verbrennungsmotoren in Zeiten, in denen mehrere Großstädte und Länder ein Verbot von Verbrennungsmotoren beschließen, noch der Zeit entsprechend? Dieser Frage ging die Fahrschule Easy Drivers – Skarabela aus Groß-Enzersdorf nach und ließ ihren Fuhrpark von den Energie Ingenieuren mit der electricfleet-Analyse auswerten. Insgesamt wurden 184 Ausbildungsfahrten im Zeitraum vom 27.12.2016 bis 09.01.2017 mit einer gesamten gefahrenen Strecke von 6.118 km und fünf Fahrzeugen aufgezeichnet. Das Ergebnis: Ohne die gesetzlichen Rahmenbedingungen wäre es möglich, den kompletten Fuhrpark durch Elektrofahrzeuge zu ersetzen und so nachhaltig und zukunftsorientiert auszubilden. Dadurch könnten außerdem noch 50 Prozent der Kraftstoffkosten eingespart und 34 Tonnen CO2 pro Jahr vermieden werden. Nötig wären dafür zwei Ladestandorte.

Aktuelle Gesetzeslage vs. zukunftsorientierte Elektromobilität

Bei derzeitiger Gesetzeslage führt die Absolvierung der Fahrprüfung mit einem reinen E-Fahrzeug zu einer Einschränkung der Lenkerberechtigung auf automatikgetriebene Fahrzeuge, weil dann für das Fahren mit Schaltgetriebefahrzeugen eine neuerliche Praktische Prüfung abzulegen ist. Hier sollte – ähnlich wie bei der Code111-Ausbildung (125er) – nur eine Schulung als ausreichend vorgeschrieben werden.

Fahrschule Easy Drivers – Skarabela setzt seit nahezu einem Jahrzehnt auf E-Fahrzeuge in der Ausbildung und trägt als einzige Fahrschule Österreichs das Österreichische Umweltzeichen. Außerdem besitzt sie eine hauseigene PV-Anlage und verwendet Ökostrom zum Tanken über die smarten Ladeboxen. Nikolaus Skarabela, Fahrschulinhaber in vierter Generation, ist überzeugt „Auch die SchülerInnen würden von einer reinen E-Auto-Ausbildung profitieren, denn didaktisch überfördern wir die Kunden anfangs. Schalten, Schauen und Lenken gleichzeitig ist viel zu Beginn der Ausbildung. E-Fahrzeuge, die wie Automatik-Fahrzeuge sind, würden dies vereinfachen.“ Er lässt auch das Argument nicht gelten, dass dadurch ein wesentlicher Ausbildungsschwerpunkt wegfällt. „Wenn ich mir die Unfallstatistik ansehe, so sind Ablenkung, falsche Geschwindigkeit, fehlende Abstände, uvm. die häufigsten Ursachen. Hier sollten wir künftig unseren Fokus setzen. Ob Schaltung oder Automatik ist da eher nebensächlich.“

Ergebnis der Analyse: Moderne Elektrofahrzeuge könnten Verbrennungsfahrzeuge in der Fahrschulausbildung ersetzen

Bewertet wurden bei der electricfleet-Analyse alle Fahrzeuge über einen repräsentativen Zeitraum. Bei den Ausbildungsfahrten werden hauptsächlich Kurzstrecken gefahren, nur gelegentlich auch Fahrten über 100 km. Die durchschnittliche Fahrtstrecke betrug unter 40 Kilometer, die durchschnittliche Fahrtgeschwindigkeit rund 35 km/h.

Die Analyse zeigt, dass E-Fahrzeuge der neuesten Generation mit größeren Batterien dazu geeignet wären, die bisherige Verbrennungsmotor-Flotte zu ersetzen. Außerdem werden zwei Ladestandorte benötigt. Um die Elektrofahrzeuge laden zu können, sind am Fahrschulstandort schon zwei smarte Ladeboxen mit jeweils 11 bzw. 22 kW installiert, am Abstellplatz sind fünf Ladepunkte mit einer Leistung von jeweils 3,6 kW ausreichend. So können bis zu fünf Fahrzeuge gleichzeitig geladen werden. Die Einsparung von 50% der Kraftstoffkosten sowie die Vermeidung von 34 Tonnen CO2 pro Jahr wären möglich.

Alfred Skarabela, Fahrschulinhaber in dritter Generation freut sich. „Durch die electricfleet-Analyse haben wir nun Gewissheit, dass wir ohne die gesetzlichen Einschränkungen im Fahrschulsegment komplett auf Verbrennungsmotoren verzichten sowie nachhaltiger und zukunftsorientierter ausbilden könnten. Es wäre also an der Zeit, die Gesetze an aktuelle Fortschritte der Mobilität anzupassen.“

Über Fahrschule Easy Drivers Skarabela

Fahrschule Easy Drivers – Skarabela Groß-Enzersdorf, gegründet 1947, wird derzeit als Familienbetrieb in 3. & 4. Generation geführt. Das Unternehmen hat 12 MitarbeiterInnen und ist seit 1999 Franchisepartner von Easy Drivers Österreich.

Fahrschule Easy Drivers – Skarabela legt den Schwerpunkt auf Ökologie in der Fahrausbildung. Als Vorreiter nutzt das Unternehmen seit 2008 Elektromopeds sowie ein Hybridfahrzeug im Schulbetrieb. 2012 folgte der Ankauf eines Elektroautos. Der Betrieb zählte zu den ersten „klima:aktiv mobil Fahrschulen“, trägt als einzige Fahrschule das Österreichische Umweltzeichen, kompensiert die anfallenden Emissionen durch eine Mitgliedschaft bei ClimateAustria und kann so als einzige Fahrschule CO2-neutral PKW ausbilden. Die Fahrschule bietet durch ihr umfassendes Paket (Strom aus eigener Photovoltaikanlage und aus Wasserkraft zur Stromversorgung, mehrere Öko-Stromtankstellen zum Laden der Elektrofahrzeuge, eine schadstoffarme Flotte sowie Einsatz von E-Fahrzeugen) einzigartige Voraussetzungen zur Wissensvermittlung, wie nachhaltige Mobilität bereits heute gut funktioniert.

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